Bauunternehmen schauen verhalten positiv nach vorne - „Wir haben die Herausforderungen durch die Corona-Krise gut gemeistert. Das ist nicht zuletzt den großen Anstrengungen unserer Firmen und Mitarbeiter geschuldet.

Während die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung in den ersten drei Quartalen preisbereinigt um 5,8 Prozent zurückging, legte sie im Baugewerbe real um 2,0 Prozent zu.“ Dieses Fazit für das Corona-Jahr 2020 zogen die beiden Präsidenten des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie und des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Peter Hübner und Reinhard Quast, anlässlich der Jahrespressekonferenz der beiden Bauspitzenverbände am 18. Dezember 2020.

Während die Gesamtzahl der Erwerbstätigen von Januar bis September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,8 Prozent sank, konnte das Baugewerbe im gleichen Zeitraum eine Zunahme von einem Prozent verzeichnen. Das heißt, die Bauwirtschaft hat – wie bereits in den Vorjahren – auch 2020 die Gesamtkonjunktur gestützt.

Die Bauspitzenverbände gehen in ihrer gemeinsamen Prognose davon aus, dass die baugewerblichen Umsätze im Bauhauptgewerbe im laufenden Jahr nominal um 3,0 Prozent zulegen werden. Bei einer erwarteten Preissteigerung von 2,5 Prozent verbleibt damit noch ein leichtes reales Plus von 0,5 Prozent. Für 2021 erwartet die Branche eine nominale Stagnation der baugewerblichen Umsätze auf dem Niveau des Jahres 2020, unter Berücksichtigung der Preise ergibt sich damit ein reales Minus von zwei Prozent.

Der Wohnungsbau dürfte am besten durch die Corona­Krise kommen und im laufenden Jahr ein nominales Umsatzwachstum von vier Prozent erreichen, das im kommenden Jahr mit drei Prozent nur geringfügig niedriger ausfallen dürfte. Mit einem Umsatz von 52,6 Milliarden Euro wird der Wohnungsbau auch 2021 die wichtigste Bausparte bleiben.

In den Jahren 2020 und 2021 wird der Bau für gewerbliche Investoren am deutlichsten unter den Folgen der Corona­Krise leiden. Hier sprechen die Vorlaufindikatoren eine klare Sprache. Der schwache Wirtschaftshochbau wird dazu führen, dass die Umsätze im Wirtschaftsbau 2020 nominal nur um 1,0 Prozent zulegen und im kommenden Jahr um 2,0 Prozent zurückgehen werden. Das Volumen wird 2021 bei 48,7 Milliarden Euro liegen. „Der Wirtschaftstiefbau, der sich auf die Investitionstätigkeit der Ver-­ und Entsorgungs-
unternehmen, den Breitbandausbau sowie die Investitionen der DB AG stützt, stabilisiert den Wirtschaftsbau“, so ZDB­Präsident Quast.

Investitionszusagen einhalten

Für die Umsatzentwicklung im öffentlichen Bau erwarten die Verbände im laufenden Jahr noch ein ansehnliches Plus von nominal 3,0 Prozent, das sich allerdings 2021 in ein Minus von 2,0 Prozent umkehren wird. Das Umsatzvolumen in dieser Sparte wird im nächsten Jahr voraussichtlich 29,5 Milliarden Euro erreichen, wobei der öffentliche Hochbau besser durch die Krise kommen dürfte als der Tiefbau. „Wir appellieren an die öffentliche Hand, ihre Investitionen weiterhin mindestens beizubehalten und mehr in die Infrastruktur zu investieren. Denn wir befürchten aus leidvoller Erfahrung, dass Investitionen auf den Prüfstand gestellt werden, wenn nach der Pandemie gespart werden muss“, so die Forderung von Hübner.

Beschäftigungszahlen konstant auf hohem Niveau

Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe hat sich 2020 im Jahresdurchschnitt noch einmal um 10.000 auf 880.000 erhöht. Verglichen mit dem Tiefpunkt im Jahr 2009 sind die Personalkapazitäten um immerhin ein Viertel ausgebaut worden. Und auch für 2021 gehen die Präsidenten der beiden Bauspitzenverbände weiter von einem leichten Beschäftigungs-
aufbau um etwa 5.000 Personen aus. Hinzu kommt, dass die Unternehmen ausbilden: 14.146 junge Menschen begannen in diesem Herbst ihre Ausbildung in einem Bauunternehmen. „Dies sind 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr und damit die höchste Anzahl an Auszubildenden seit über 15Jahren.InsgesamtwerdeninderBauwirtschaft derzeit 41.307 junge Menschen ausgebildet – auch das ist ein neuer Höchststand seit 2002“, erläuterte Quast. (HDB/ZDB)


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