Die Zukunft im Fokus der Gas- und Wasserbranche - Die figawa-Foren Gas und Wasser als Plattformen des Wissensaus­tausches und der Fachdiskussion standen am ersten Tag der gemeinsamen Jahrestagung der Bundesvereinigung der Firmen im Gas- und Wasserfach e. V. (figawa) und des Rohrleitungs­bauverbandes e. V. (rbv), die am 
4. und 5. Mai 2017 in Leipzig stattfand, im Mittelpunkt.

Wie wird Gas grün?

Dieser hochaktuellen Thematik widmete sich das Forum Gas. So diskutierten die Teilnehmer mit den Fachreferenten Prof. Dr. Hart­mut Krause (DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH, Leipzig), Markus Vollhardt (ONTRAS Gastransport GmbH, Leipzig), Peter Rathmann (CeH4 Technologies GmbH, Celle) und Prof. Dr.-Ing. Fried­helm Schlösser (Schwank GmbH, Köln) über die Zukunft von Wasserstoff in der Gas­ver­sorgung, über die Energiewende in Deutschland und über die Rolle des Energieträgers Gas unter anderem in der Wärmeer­zeugung.

Die Referenten machten deutlich, dass Gas eine Schlüsselrolle für das Erreichen der klimapolitischen Ziele hat. Insbesondere das Ziel, einen wachsenden Anteil des benötigten Gases aus erneuerbaren Quellen zu gewin­nen, erfordere die richtigen politischen Weichenstellungen. Dabei gehe es nicht um den Auf­bau neuer Subventionen, sondern im Gegenteil um eine Energie- und Klimapolitik, die konsequent und systematisch auf den Abbau von Subventionen setze, so ein wesentliches Ergebnis des Austausches. In diese Richtung gehe auch die laufende politische Debatte, die Energie- und Klimapolitik konsequent an die Verringerung von CO2-Vermeidungskosten auszurichten und auf staatliche Detailregulierungen und Technologievorgaben künftig zu verzichten.

In einem solchen Umfeld seien bereits verfügbare Technologien wie Power-to-Gas aus erneuerbar erzeugtem Strom, die Nutzung von Biogas, die Kraft-Wärme-Kopplung und der Einsatz von Brennstoffzellen wettbewerbsfähig und werden weiter an Bedeutung gewinnen. Gerade hier könne Gas die Stärke ausspielen, die sich unter anderem aus der flächen­deckenden Verfügbarkeit einer leistungsfähigen Versorgungs- und Speicherinfrastruktur ergebe. Zugleich werde Gas durch den marktgetriebenen Einsatz dieser Technologien selbst grün. Als eine wesentliche technologische Herausforderung identifizierten alle Teilnehmer die gezielte Nutzung von Wasserstoff als CO2-freiem Energieträger. Hier gebe es beispielsweise mit dem strukturierten Ausbau von regionalen Wasserstoffnetzen konkrete Erfahrungen, auf denen man gemeinsam aufbauen könne.

Wie gestaltet die technische Selbstverwaltung die Zukunft des Wasserfachs?

Dieser Frage stellten sich Experten aus Wirtschaft und Forschung im Rahmen des figawa-Fachforums Wasser. Die Experten Prof. Dr. Thomas Klindt (Noerr LLP Rechtsanwälte), Thomas Beutel (Mitglied des Lenkungskreises der Verbändeallianz zur Biozidverordnung), Waldemar Müller-Ruhe (H.Anger's Söhne Bohr- und Brunnenbaugesellschaft mbH), Pietro Mariotti (Vorsitzender figawa-Fachgruppe Wasserverwendung) und Dr. Josef Klinger (Technologie­zentrum Wasser TZW) beleuchteten die Frage unter der Moderation von Dr. Hella Runge (gwf – Wasser Abwasser).

Prof. Klindt ging in seinem Vortrag auf die Grundlagen des europäischen Binnenmarktes ein und veranschaulichte die „Spielregeln“, die juristisch aufgrund des New Approaches der europäischen Kommission der technischen Selbstverwaltung zugestanden werden.

Beutel stellte die Komplexität der europäischen Biozidverordnung dar und veranschaulichte den erheblichen Aufwand, dessen es bedarf, wenn die technische Selbstverwaltung erst spät Entwicklungen auf europäischer Ebene bemerkt. Müller-Ruhe verwies auf die Auswirkungen eines europäischen Regelwerks für den Brunnenbau. In dieser Thematik befindet sich die Branche gerade in den Startlöchern, was die europäische Normung angeht. Die Heraus­forderungen bestehen in den nächsten Jahren darin, ein in sich geschlossenes europäisches Regelwerk zu erarbeiten, um auf dem internationalen Markt bestehen zu können.

Einen Blick zurück und nach vorn warf Mariotti in seinem Vortrag über die Herausforde­rungen, die den Branchen­verbänden wie der figawa in einem europäischen Umfeld bevorstehen. Ausgehend vom Start des figawa-Projektes „One standard, one test, accepted everywhere in Europe“ vor zwei Jahren verdeutlichte er, was schon erreicht wurde und welche Ziele noch erreicht werden müssen.

Klinger mahnte die Zuhörer, die Grundwerte der deutschen Wasserversorgung nicht leichtfertig auf der europäischen Ebene zu verwässern. Das deutsche Prüf- und Zerti­fizierungssystem habe sich in den Grundlagen bewährt, bedürfe aber dringend einer Transformation auf europäischer bzw. internationaler Ebene. Im Falle des TZW geschieht dies durch freiwillige Kooperationen mit anderen Prüf- und Zertifizie­rungsstellen unter dem Gesichtspunkt der gegenseitigen Anerkennung.

Runge legte in der Podiumsdiskussion Wert auf die Feststellung, dass die Wasserwirtschaft sich als Ganzes der europäischen Herausforderung stellen muss, da es sich um ein Kreislaufsystem handelt und Nachhaltigkeitsaspekten gerecht werden muss. Daher sah die Diskussionsrunde auch Entwick­lungen in der europäischen Normung, wie etwa im Brunnenbau, sehr positiv, da damit ein weiterer Mosaikstein der Wasserversorgung den Weg nach Europa gefunden hat. Erst wenn grundsätzliche Fragen im Bereich der Werkstoffe und Materialien im Kontakt mit Trinkwasser europäisch einheitlich beantwortet seien, könne es einen „echten“ europäischen Binnenmarkt geben und könnten die Anforderungen eines ganzheitlichen Ansatzes erfüllt werden.

Neu gewähltes Präsidium nimmt Arbeit auf

In der anschließenden Mitgliederversammlung der figawa wurde neben dem Gesamt­vorstand auch das Präsidium der figawa neu gewählt. Diesem gehören für die Wahlperiode 2017 bis 2019 Thorsten Dietz (RMG Messtechnik GmbH), Karl Dungs (Karl Dungs GmbH & Co. KG), Pietro Mariotti (Geberit International AG), Prof. Friedhelm Schlößer (Schwank GmbH), Dr. Günter Stoll (Grünbeck Wasserauf­bereitung GmbH) und Jörn Winkels (Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH) an. In der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Präsidiums wurden 
Dr. Günter Stoll als Präsident und Jörn Winkels als Vizepräsident wiedergewählt. (figawa)

2017 figawa PrsidiumDr. Günter Stoll, Prof. Friedhelm Schlößer, Jörn Winkels, Pietro Mariotti, Karl Dungs (v. l. n. r.). Nicht auf dem Foto ist Thorsten Dietz. (Foto: figawa)


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