Der Roundtable Wärmewende hat ein Policy Paper für eine klimaneutrale, sichere und bezahlbare Wärmeversorgung veröffentlicht. Unter dem Titel „7 Schlüssel für einen praktisch gelingenden Wärmekonsens“ legt die branchenübergreifende Allianz konkrete Vorschläge vor, wie eine bezahlbare Wärmeversorgung, Versorgungssicherheit und Klimaziele zusammengeführt werden können.
Das Papier zeigt zentrale Handlungsbedarfe in den rechtlichen, regulatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen auf, um Kommunen, Stadtwerke, Wohnungs- und Bauwirtschaft sowie privaten Eigentümer verlässliche Perspektiven zu schaffen, mit denen Investitionen in Gebäude, Netze und Erzeugung ausgelöst werden können.
Die Teilnehmer am Roundtable Wärmewende. Bild: rbv
Im Zentrum stehen sieben Schlüssel, die gemeinsam keinen Idealpfad, sondern einen realistischen Verständigungsrahmen für die Wärmewende bilden:
• wirtschaftliche Wärmewende vor Ort,
• verbesserte rechtliche, regulatorische und förderpolitische Rahmenbedingungen für Wärmenetze,
• ein technologieoffenes Gebäudemodernisierungsgesetz für Planungssicherheit,
• Investitionsbooster statt Papiertiger für die Wärmewende,
• eine differenzierte und praxistaugliche Transformation der Gasverteilnetze,
• leistungsfähige Stromverteilnetze als Rückgrat der Wärmewende sowie
• erhöhte Resilienz durch erneuerbare, gekoppelte Energiesysteme.
Kommunale Wärmeplanung soll dabei zum verbindenden Element einer integrierten Energie- und Infrastrukturplanung werden.
HDB: Stillstand können wir uns nicht erlauben
„Um den enormen Bedarf an Bauleistungen ohne Reibungsverluste realisieren zu können, müssen die Bauunternehmen wissen, welche Kapazitäten sie bereitstellen sollen. Dafür braucht es einen verlässlichen, längerfristigen Planungshorizont. Den gibt es derzeit nicht“, sagt HDB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller.
„Stattdessen lenken die Leitungsbauunternehmen ihre Kapazitäten jetzt erst einmal um und realisieren den Stromnetzausbau, der für die Wärmepumpen notwendig ist. Dieser muss zwar auch geleistet werden, kann aber nur eine Teillösung sein. Zudem stellt sich die Frage der Finanzierung: Wer soll für die enormen Investitionen im Leitungsbau aufkommen? Das ist noch ungeklärt, und deshalb passiert erst einmal nichts – ein fataler Stillstand, den wir uns nicht erlauben sollten.“








