Schwachpunkte erkennen – Verbesserungen benennen - Am 13. Februar fanden in Oldenburg die Sitzungen des Technischen Lenkungskreises (TL) sowie des Technischen Ausschusses Gas/Wasser (TA G/W) statt. Im Rahmen der TL-Sitzung wurde Dipl.­Ing. (FH) Dirk Schütte als Vorsitzender des Technischen Lenkungskreises im Amt bestätigt.

In Nachfolge des verstorbenen Siegfried Kemper hat Dipl.­Ing. Christian Albert das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden übernommen. Beim TA G/W wurden einstimmig Schütte zum Vorsitzenden und Dipl.­Ing. Sven Behrmann zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Eine personelle Verstärkung der technischen Gremien sei dringend geboten, um die Expertise der Gremien gerade auch vor dem Hintergrund der zunehmend an Komplexität und Vielfalt gewinnenden Anforderungen der Leitungsbaubranche sicherzustellen und weiter auszubauen – darin war man sich im Rahmen der Sitzung des Technischen Lenkungskreises einig.

„Um hier stets alle relevanten Entwicklungen des Marktes aktuell abbilden zu können, ist es sehr wichtig, dass sich rbv-Mitglieder mit technischen Fragen und Problemen, die für die gesamte Branche relevant sein könnten, an den Technischen Lenkungskreis wenden, damit dieser solche Themen zeitnah aufgreifen und weiterverfolgen kann“, unterstrich Schütte die Notwendigkeit eines kontinuierlichen fachlichen Austauschs. Auch Ausbildungsinhalte verschiedener Leitungsbausparten müssten nach Einschätzung des Technischen Lenkungskreises optimiert und aktualisiert werden, um eine feste Verzahnung mit der Praxis eines sich verändernden Berufsbildes zu erreichen.

Ein anderer wichtiger Tagesordnungspunkt bestand in einer Änderung der Geschäfts-
ordnung der technischen Gremien, um das über lange Jahre erworbene Know-how einzelner Gremienmitglieder noch über den Eintritt in das Rentenalter hinaus für die Verbandsarbeit zu nutzen. Somit wird es den Mitgliedern der technischen Gremien zukünftig auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben drei weitere Jahre möglich sein, in den Ausschüssen und Arbeitskreisen mitzuarbeiten.

Technischer Ausschuss Gas/ Wasser: Viel Detailarbeit

Im Anschluss an die Wahlen von Schütte und Behrmann wurden im Technischen Ausschuss Gas/Wasser verschiedene aktuelle Themen besprochen, über die u. a. rbv-Referent Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Lukas Romanowski berichtete: Der rbv hat einen Einspruch zum DVGW-Arbeitsblatt GW 30„Aufsicht zur Qualitätssicherung der Umhüllungs- und Beschichtungs-
arbeiten – Qualifikationsanforderungen an den Coating Inspector“ eingereicht. Zudem ist im Rahmen der Überarbeitung des DVGW-Arbeitsblatts 301 beim DVGW die Anpassung des Betrieblichen Managementsystems (BMS) an die Struktur der ISO 9001 vollzogen worden. Insgesamt soll die Überarbeitung bis Mitte 2019 beendet sein. Das DVGW-Arbeitsblatt G 452-2 (A) „Anbohren und Absperren; Teil 2: Abquetschen von Kunststoffrohrleitungen für Gas mit Drücken bis 5 bar und Außendurchmesser bis 315 mm“ ist als Gelbdruck veröffentlicht worden. Einsprüche werden derzeit vom TA G/W gesammelt.

Im Themenumfeld der DVGW-Information Gas Nr. 19 „Flanschmonteur“, so Dipl.-Ing. Andreas Schrader (DVGW), hat der rbv Konkretisierungen des Anwendungsbereichs sowie – in Zusammenarbeit mit entsprechenden Dienstleistern – Formulierungsvorschläge zu den Aufgaben des Betreibers erarbeitet. Der DVGW-G-PK-1-4-9 „Dichtungen in Flansch-
verbindungen“ hat diese Ergänzungen in die DVGW-Information Gas Nr. 19 eingearbeitet. Außerdem ist die Druckprüfung nach DVGW-Arbeitsblatt G 469 ebenfalls in der DVGW-Information Gas Nr. 19 als ein Dichtheitsnachweis verankert worden. Damit ist die gewohnte Arbeitsweise im Bereich der Hausanschlüsse für die Leitungsbauunternehmen weiterhin möglich.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Ausschusssitzung waren die Ergebnisse der Sitzung des DVGW 119-07-05-03-PK-W 400-2, die am 7. Februar 2019 in Bonn stattgefunden hat. Im Rahmen dieses Treffens wurde nach einer intensiven, rund einjährigen Datensammlung mit einer konzentrierten Arbeit zum Thema Druckprüfung begonnen. Im Zusammenhang mit der W 400-2 kommen derzeit die folgenden Änderungen zum Tragen: Das Regelwerk ist komplett neu strukturiert worden und verfügt zukünftig nur noch über acht, statt bisher über 17 Kapitel. Dabei ist ein neues Kapitel zum Thema „Inbetriebnahme“ ergänzt worden und alle vom rbv eingebrachten Anmerkungen zum Thema Tiefbau sind vollumfänglich übernommen worden. Das Kapitel zur Druckprüfung soll in der nächsten Sitzung des DVGW PK bearbeitet werden.

Darüber hinaus beschäftigte sich der Technische Ausschuss Gas/Wasser mit metallisch dichtenden Pressverbindungen, die bei Stahl-Mediumrohren vereinzelt in Fernwärmenetzen im Erdreich eingesetzt werden. Die Pressverbindungstechnik soll in die DIN EN 13480-4 „Metallische industrielle Rohrleitungen – Teil 4: Fertigung und Verlegung“ integriert werden. Zu diesem Thema hat am 11. Februar 2019 ein gemeinsames Strategietreffen des Energieeffizienzverbands für Wärme, Kälte und KWK e. V. (AGFW), des Fachverbands Dampfkessel-, Behälter- und Rohrleitungsbau e. V. (FDBR), der figawa und des rbv stattgefunden. Die Anwesenden der Sitzung des Technischen Ausschusses werteten diese Verbindungstechnik im Bereich Gas/Wasser allerdings als Nischentechnologie. (rbv)

2019 Technischer Lenkungskreis kleinMitglieder des Technischen Lenkungskreises (v. l.): Dipl.­Ing. Hans­Joachim Klisch, Markus von Brechan, Dipl.­Ing. Herbert Pankow, Dipl.­Ing. Dirk Schütte, Dipl.­Ing. Christian Albert, Dipl.­Ing. Josef Wichmann sowie Dipl.­Ing. Martina Buschmann als Vertreterin des Hauptamtes. (Foto: rbv)


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