Digitalisierung – trotz Vorstoß noch viel zu tun
Das Bundeskabinett hat am 6. Juli 2022 die vom Bundesminister für Digitales und Verkehr vorgelegten Eckpunkte „Digitalisierung vorantreiben – Planung und Genehmigung beschleunigen“ beschlossen. Darin sind zentrale Digitalisierungsmaßnahmen der Bundesregierung gebündelt, mit denen Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigt werden.

Das Eckpunktepapier ist Teil des Sommerpaketes der Bundesregierung zur Planungsbeschleunigung.

2022 Digitalisierung klein

Mithilfe digitaler Planungsmodelle – so die Pläne der Bundesregierung – sollen auf der Baustelle Termin- und Kostensicherheit gestärkt und die Kooperation aller Projektbeteiligten gefördert werden.

 

 

Zu dem Eckpunktepapier „Digitalisierung vorantreiben – Planung und Genehmigung beschleunigen“ äußert sich Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), wie folgt: „Wir begrüßen den klaren Fokus aus dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr, die Arbeit der Verwaltung zu digitalisieren. So können mithilfe digitaler Planungsmodelle Termin- und Kostensicherheit auf der Baustelle gestärkt unddie Kooperation aller Projektbeteiligten gefördert werden. Das war bisher eine enorme Erschwernis in der Umsetzung der großen gesellschaftlichen, baulichen Heraus-
forderungen, die vor uns liegen – wie etwa der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Wohnungsbauziele oder die Sanierung zahlreicher Brücken.“

BIM benötigt effektive Zusammenarbeit

Und Müller ergänzt zum Thema Building Information Modeling: „BIM hört nicht bei der Planung und Genehmigung auf. Das Modell unterstützt vor allem die Verbindung von Planung und Bauausführung, damit Prozesse optimiert, Schnittstellen reduziert und Risiken minimiert werden. Gleichzeitig fördert die Verbindung von Planung und Bau über BIM Ressourceneffizienz, den Einsatz von Innovationen sowie Maßnahmen für mehr Klimaschutz am Bau. Damit die Einführung von BIM (Anmerkung der Redaktion: neben dem Schienen-
bereich auch im Bundesfernstraßenbau) als Standard 2025 reibungslos klappt, müssen wir jetzt enorm an Geschwindigkeit aufnehmen.

So braucht es für eine effektive BIM-Zusammenarbeit neben den viel diskutierten, standardisierten Schnittstellen vor allem auch vertragliche Vereinbarungen zur Datensouveränität, also zum verantwortungsvollen Umgang mit projektbezogenen sensiblen Daten, sowie einen verpflichtenden bundeseinheitlichen Klassen- und Merkmalkatalog, um eine gemeinsame Spracheüber Bauteile für alle Projektpartner zu etablieren. Am Ende kommt es aber auf die Auftraggeber an, Projekte so auszuschreiben, dass BIM als Leistung am Markt abgefragt und Leistungen in geeigneten Fällen auch aus einer Hand erbracht werden können. Für Letzteres sollte die Bundesregierung über eine Flexibilisierung des Vergaberechts nachdenken, damit Auftraggeber je nach Projektcharakter entscheiden können, welche Vergabeform im Einzelfall für eine gute Projektrealisierung Sinn macht.“

BIM – Leitungsbau noch im Anfangsstadium

Beim Leitungsbau zeigt sich, dass BIM als durchgängiges und medienbruchfreies Werkzeug noch weit von einer systematischen Anwendung entfernt ist. Selbst eine Anwendung in Teilbereichen ist derzeit noch im Anfangsstadium. Der GSTT/rbv-Arbeitskreis „Digitale Transformation und BIM“ hat zusammen mit dem HDB Ende 2020 ein technisches Positionspapier „BIM im Leitungsbau“ erarbeitet und veröffentlicht, welches aktuelle technische Möglichkeiten im Leitungsbau bezogen auf bestimmte Vertrags- und Projektkonstellationen aufzeigt. Der Leitungsbau verspricht sich von dem nun veröffentlichten Eckpunktepapier, dass sich dieses nicht nur auf Bundesbaumaßnahmen positiv auswirkt, sondern auch Strahlkraft auf die weitere Infrastruktur hat. Hier sind Pilot- und Forschungsprojekte notwendig, um die Möglichkeiten von BIM zu evaluieren und damit belastbare Grundlagen für eine umfassendere Anwendung zu schaffen.

Zentrales Datenportal geplant

Um die Planung und den Ausbau von digitalen Infrastrukturen – Gigabit und den neuesten Mobilfunkstandard – zu beschleunigen, will das BMDV laut Eckpunktepapier darüber hinaus mit dem Gigabit-Grundbuch bis Ende 2023 ein zentrales Datenportal aufbauen. Die Bundesnetzagentur soll als zentrale Informationsstelle des Bundes gemeinsam mit dem BMDV das Portal entwickeln und dieses weiter betreuen. Im Gigabit-Grundbuch sollen alle relevanten Informationen zum Ausbau gebündelt werden, etwa über verfügbare Infrastrukturen und Grundstücke, über Ausbauvorhaben und Zeiträume sowie zum aktuellen Versorgungsstand. Inwieweit sich die vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr vorgelegten Eckpunkte dann positiv auf das Planungs- und Genehmigungsverfahren beim Ausbau der Telekommunikationsnetze auswirken werden, bleibt aus Sicht des rbv abzuwarten. (HDB/rbv)

2022 Digitalisierung bim kleinDas Positionspapier „BIM im Leitungsbau“ finden Sie hier:

Das gesamte Eckpunktepapier gibt es unter:

 

 

 


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