Ausgabe Mai 2009 der bbr


22.05.2009 -


Leitungsbau

Formteile (Bögen) aus textilbewehrtem Beton
Die Weiterentwicklung des Fertigungsprinzips textilbewehrter Verbundrohre zu einem kontinuierlichen Verfahren ermöglicht die Herstellung von "Endlossträngen" und ist somit auch für die Fertigung von gekrümmten Rohrachsen (Rohrbögen) geeignet. Konkretes Ziel der Grundlagenuntersuchung war die prinzipielle Entwicklung und technologische Umsetzung von Formstücken (v. a. Bögen) und axialkraftschlüssigen Rohrverbindungen bei Mehrschicht-rohren aus textilbewehrtem Beton.
Autoren: Dipl.-Ing. Ulf Helbig, em. Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-B. Horlacher, Dipl.-Ing. Matthias Lieboldt, Dipl.-Ing. (FH) Thomas Engler,

Erdeinbau-Kugelhähne für den Einsatz in Fernwärme-Netzen
Als Absperrarmaturen bei erdverlegten Leitungen werden fast ausschließlich Kugelhähne eingesetzt. Hierbei wird ein Nennweiten-bereich von DN 20 bis DN 1000 abgedeckt. Die Problematik dieser Armaturen im Fernwärmeverteilungsnetz liegt darin, dass sie meist nur bei betrieblichen Störfällen oder Netzerweiterungen bedient werden. Doch in diesem Fall ist es wichtig, dass die Armatur auch noch nach 30 Jahren in dieser kritischen Situation dicht schließt. Eine weitere Besonderheit im Fernwärmenetz besteht darin, dass sich die Flussrichtung je nach Fahrweise im Verteilnetz umkehren kann. Deshalb resultiert hieraus die Anforderung an Armaturen, beidseitig dicht schließend zu sein. Dargestellt werden Schadensmöglichkeiten und deren sinnvolle Vorbeugung bzw. Behebung.
Autor: Dipl.-Ing. Albert Burg

Der Umbau des Emschersystems - ein Element des Strukturwandels im Ruhrgebiet
Gewässer-Umgestaltung n Der untertätige Steinkohlebergbau hat die Entwicklung des Ruhrgebietes in den letzten 150 Jahren maßgeblich geprägt. Die der Gewinnung von Kohle folgenden Bergsenkungen haben maßgebliche Veränderungen in der Wasserwirtschaft des Steinkohle-reviers hervorgerufen. Diese Entwicklung wurde verstärkt durch das massive Bevölkerungswachstum in der Phase des Wachstums der Montanindustrie. Eine wesentliche Maßnahme zur Lösung der Probleme war der Ausbau der Gewässer im Emscher-Einzugsgebiet zu offenen kanalisierten Abwasserläufen. Seit den 1990er-Jahren betreibt die Emschergenossenschaft ein Investitionsprogramm von ca. 4,4 Mrd. - zum Rückbau dieser offenen Abwasserkanäle und zur Errichtung von unterirdischen Abwassertransportsammlern. In einem nächsten Schritt werden dann die nicht mehr abwasserführenden Gewässer wieder zu naturnahen Gewässern umgebaut. Dieses Investitionsprogramm wird bis 2020 abgeschlossen sein.
Autor: Dipl.-Ing. Reinhard Ketteler

Geothermie

Gewinnung thermischer Energie aus dem Trinkwasserversorgungsnetz
Die Idee, dem Roh- oder Trinkwasser Wärmeenergie zu entziehen und das abgekühlte Wasser anschließend in einen Vorfluter zu leiten oder zu versickern, ist nicht neu. Bei dem vorgestellten System wird das Trinkwasser allerdings nach Entziehung der Wärme wieder in das Trinkwasserversorgungsnetz zurückgeleitet. Um eine Verunreinigung des Trinkwassers und eine Kreislaufzirkulation zu vermeiden, wurden mehrere Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt.
Autoren: Dipl.-Ing. Michael Plath, Dipl.-Ing. Sven Röttger