Neuer Dualer Studiengang an der FH Aachen


rbv organisiert mit FH Aachen und ABZ Kerpen duales Studium zum Netzingenieur

Sowohl im erdverlegten Rohrleitungsbau als auch im Anlagenbau wird ein verstärkter Ingenieurmangel immer spürbarer. Die Berufsförderungswerke der Bauindustrie wirken diesem wachsenden Mangel entgegen, indem sie sich für den so genannten "Dualen Studiengang" engagieren. In enger Kooperation mit der FH Aachen und den Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW e.V. hat der Rohrleitungsbauverband ein duales Studium im Fachbereich Bauingenieurwesen mit der Vertiefungsrichtung Netzingenieur ins Leben gerufen. Seit Juni 2009 läuft der neue Studiengang, mit derzeit 6 Studierenden.

Was ist ein duales Studium?

Mit der Einführung des so genannten Bachelor- und Masterabschlusses wird nach dem Willen der europäischen Wissenschaftsminister laut Bildungskonferenz von Bologna im Jahr 1999 an allen europäischen Hochschulen das bisherige klassische Diplom abgeschafft. Wesentlicher Nachteil dieser Neuerung ist der Wegfall des bisher obligatorischen Praxissemesters – für das Bauingenieurwesen eine fatale Folge-erscheinung. Wo rückläufige Absolventenzahlen und diese und ähnlich tiefgreifende Beschneidungen in der Ausbildung Negativtrends abbilden, die für die Zukunftssicherung unserer Mitgliedsunternehmen gravierend sind, greift das duale Studium mit anerkanntem Berufsabschluss Tiefbau.

Diese Form der Ausbildung birgt viele Vorteile und große Chancen für beide Seiten: Ausbildungs- und Studienzeiten verkürzen sich, der Studierende erhält sowohl einen Berufs- als auch einen Studien- abschluss, die Unternehmen können später auf Fachkräfte mit einer breiten Ausbildung zugreifen.

Zu einem dualen Studiengang gehören Theorie und Praxis – für den dualen Studiengang mit anerkanntem Berufsabschluss im Tiefbau ist das genau richtig und sieht so aus: Ein Hochschul- oder Fachhochschul- studium (Bachelor of Engineering oder Master of Engineering) wird mit einer gewerblich-technischen Ausbildung in einem Tiefbauberuf verknüpft. Das heißt: Den Studenten wird ein früher Einstieg in die betriebliche Praxis geboten, in der sie das Gelernte umsetzen können und in der sie hautnah Strukturen, Verantwortung, Aufgaben und Abläufen auf Baustellen und in Unternehmen erfahren. Innerhalb weniger Jahre sind so zwei vollwertige Abschlüsse machbar.

Wichtigstes Merkmal des dualen Studiums: akademische Ausbildung und deutlich höherer Praxisbezug gegenüber dem „gewöhnlichen“ Studiengang.

Was sind die Besonderheiten?

Die Grundzüge (Abweichungen sind in den einzelnen Bundesländern und an den verschiedenen Hochschulen möglich) des in der Regel achtsemestrigen dualen Studienganges mit anerkanntem Berufsabschluss im Tiefbau sehen so aus:

Bachelor of Engineering

7. bis 8. Semester - Vollzeitstudium/Bachelorarbeit
vorlesungsfreie Zeit: Betriebliche/Überbetriebliche Ausbildung
6. Semester - Studium
vorlesungsfreie Zeit: Betriebliche/Überbetriebliche Ausbildung
5. Semester - Studium
vorlesungsfreie Zeit: Betriebliche/Überbetriebliche Ausbildung
4. Semester - Studium
vorlesungsfreie Zeit: Betriebliche/Überbetriebliche Ausbildung
1. bis 3. Semester - Studium

Besonderheiten im dualen Studium gibt es viele. Für die Studierenden heißt das erst einmal, reguläre Semesterferien gibt es nicht, also keine mühsame Ferienjobsuche. Denn: Vom ersten Tag an gibt’s eine Ausbildungsvergütung. Auch nicht zu vernachlässigen ist die hohe Wahrscheinlichkeit, einen festen Arbeitsplatz zu bekommen. Und so lässt es sich mit aller Konzentration schnell studieren. In aller Konsequenz heißt das: das Studium ist praxisnah und leistungsorientiert organisiert, höchst effizient und zeitlich bestens angemessen. Wer will, hat die Möglichkeit zur Vertiefung der Fachkenntnisse mit der Aufsattelung bis zum Master-Abschluss.

Für die Unternehmen birgt das Duale Studium ein „Gütesiegel mit klaren Qualitätsstandards“, das ein deutliches Mehr an erforderlicher Praxis ohne Einbuße von Qualität und Niveau der Hochschulen bietet. Außerdem besteht über einen langen Zeitraum die Möglichkeit, sich als interessanter Arbeitgeber zu positionieren und die Absolventen langfristig an sich zu binden; Besonderheiten, die nicht zu
unterschätzen sind!

Was sind die Vorteile?

Mit der Einführung des dualen Studiums ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten entstanden, denn diese Form der Ausbildung birgt – wie schon angeklungen – viele Vorteile und große Chancen:

Für die Studierenden:
- die Ausbildungs- und Studienzeiten verkürzen sich
- Berufs- und Studienabschluss
- realer Bezug zwischen Theorie und Praxis
- Möglichkeit der Studienfinanzierung
- erhöhte Chancen auf sicheren Arbeitsplatz

Für die Unternehmen:
- Zugriff auf Fachkräfte mit breiter Ausbildung
- idealer Einsatz der Absolventen, da Bündelung von akademischer Kompetenz und praktischer Fachkenntnisse
- betriebsnahe Ausbildung von Studenten
- frühzeitiger Gewinn zielorientierter und leistungsmotivierter junger Studenten
- sichere mittel- und langfristige Personalplanung

Wie sehen die Anforderungen aus?

Genau so, wie nicht jeder für jeden Beruf geeignet ist, kann auch nicht jeder ein duales Studium aufnehmen. Es gibt Voraussetzungen, die erfüllt sein sollten und es gibt Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen.

Zum „Soll“ gehören
- Engagement und Motivation
- Begeisterung für moderne Technik
- Flexibilität
- mathematisch-naturwissenschaftliche Begabung

zum „Muss“ gehören
- Abitur oder Fachhochschulreife (Bachelor-Abschluss)
- allg. Hochschulreife (Master-Abschluss)
- Berufsausbildungsvertrag (ggf. mit Zusatzvereinbarung)

Zusätzliche Informationen und die komplette Broschüre „Duale Studiengänge Bauingenieurwesen - Vertiefung Netzingenieurwesen“ finden Sie hier zum Download Ausbildungszentrum Kerpen unter der Rubrik „Duale Studiengänge“.

Ihre Fragen beantworten wir Ihnen gerne unter Tel.: 02237/ 5618 -0 oder 0221/37668-20.

Ansprechpartner:

Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW e.V.
Edgar Lengwenat
Humboldtstraße 30- 36, 50171 Kerpen
e.lengwenat@bauindustrie-nrw.de

Rohrleitungsbauverband e. V.
Dieter Hesselmann
Marienburger Str. 15, 50968 Köln
hesselmann@rbv-koeln.de