Rohrleitungsbauverband

ABSCHLUSSREDE VON DIPL.-ING. KLAUS KÜSEL ANLÄSSLICH DER RBV-JAHRESTAGUNG IN BERLIN

31.05.2011 - Zum Abschluss der Jahrestagung 2011 des Rohrleitungs-bauverbandes in Berlin möchte ich Ihnen, aber auch unseren Partnern aus Versorgungswirtschaft und Politik noch einige Thesen mit auf den Weg geben.

Wir stehen heute vor einem Jahrzehnt tiefgreifender energietechnischer Umwälzungen ungeahnten Ausmaßes. Der rbv und seine Unternehmen als Mittelpunkt des deutschen Leitungsbaus haben sich für die Zukunft aufgestellt und stehen bereit, diese nationale Aufgabe und die Herausfor-derungen anzunehmen, die der Netzaus- und -umbau im Strom-, Gas-, Nah- und Fernwärmebereich sowie in der Breitbandverkabelung von uns fordert.

Mit unserem Qualitätsanspruch, den wir aus eigenem Ansporn weiterent-wickelt und zertifiziert haben, verdeutlichen wir unser Verantwortungsbe-wusstsein gegenüber Sicherheit und Gesundheit von Mensch und Umwelt.

Weiterbildung und Investitionen in Mensch und Maschine, wie wir sie in unseren Firmen betreiben, sind Ausdruck unseres Verständnisses von mittelständischem Unternehmertum. Wenn also der vom politischen Willen geforderte Paradigmenwechsel in der Energieversorgung und dem damit einhergehenden Netzausbau von seinem Zeitplan auch nur ansatz-weise Ernst genommen werden soll, brauchen wir eine neue Dimension und Qualität des Dialoges zwischen Politik, Versorgungswirtschaft und Leitungsbauern.

Ich fordere von dieser Stelle hier die Politik sowie die Versorgungswirt-schaft und ihre Verbände auf, mit uns in einen örtlichen wie auch nationa-len Dialog einzutreten, um rechtzeitig die Weichen dafür zu stellen. Nur so können wir die uns verbliebenen Ressourcen an Fachkräften und Ausrüs-tung zu einer kontinuierlichen Leistungssteigerung führen.

Von der Politik erwarten wir eine neue, klare Aussage über die Ziele der zukünftigen Energieversorgung, über Zeitpläne und eine Offenlegung gegenüber den Menschen in diesem Land, wie das Gesicht dieser Republik denn aussehen soll, wenn Wind und Solar bis zu 80 % der benötigten Energieversorgung bringen sollen.

Von der Versorgungswirtschaft vor Ort und ihren Verbänden als Ganzes erwarten wir den Eintritt in eine fruchtbare Zusammenarbeit, um Lei-stungs- und Entwicklungsziele gemeinsam zu generieren. Es muss allen Beteiligten klar werden, dass die neuen Aufgaben zusammenfallen mit den zu geringen Investitionen vergangener Jahre und den sinkenden Personalressourcen auf beiden Seiten. Es wird Jahre dauern, bis das Personal wieder rekrutiert ist, um die von allen Seiten angekündigten Investitionen in Milliardenhöhe abzuarbeiten.

Deshalb muss die Versorgungswirtschaft erkennen, dass nur langjährige faire Verträge aus Kontraktoren Partner machen, die komplexe oder gar ganzheitliche Aufgaben übernehmen können. Nur unter solchen Voraus-setzungen kann der Leitungsbau die angestrebte nationale Herausfor-derung meistern. Allzu oft regieren vor Ort noch die Unternehmen zerset-zenden Preisdiktate, die der Reichweite zukünftiger Aufgaben nicht gerecht werden.

Wir sollten uns für diesen Dialog nicht zuviel Zeit lassen, da ich das Gefühl habe, dass im Moment mehr Fachkräfte aus Altersgründen die Firmen verlassen als neue junge Menschen für diese Aufgaben gefunden werden.

Meine Damen und Herren,
ich darf in Ihrer aller Namen hier von dieser Stelle in Berlin deutlich machen:
Der rbv und seine 600 Fachfirmen stehen als Stimme des Leitungsbaus bereit, den Wandel in der Energiepolitik – soweit es die Gestaltung der Netze angeht – umzusetzen.

Mit uns wird aus Theorie Zukunft.

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