Rohrleitungsbauverband

BFA LTB UND RBV BEZIEHEN STELLUNG ZUM GEPLANTEN AUSBAU DER NETZE – DIE LEITUNGSBAUER MACHEN DAS!

10.08.2011 - Am 28. Juni trafen sich Dipl.-Ing. (FH) Ewald Weber, Vorsitzender der Bundesfachabteilung Leitungsbau (BFA LTB) im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), Dipl.-Ing. Klaus Küsel, Präsident des Rohrleitungsbauverbandes (rbv), und BFA LTB-Geschäftsführer Dipl.- Wirtsch.-Ing. Dieter Hesselmann mit Vertretern verschiedener Parteien zu einem Parlamentarischen Frühstück.

Diskutiert wurde über die Umsetzung der Energiewende in Deutschland und den dafür notwendigen Netzausbau. Die hierfür benötigten Ressourcen in Form von qualifizierten Mitarbeitern, fachlichem Know-how und innovativer Technik stehen in den Reihen der Mitgliedsunternehmen in ausreichendem Maße zur Verfügung – so die Botschaft der BFA LTB, die mit der Übergabe des Positionspapiers „Argumente für den Ausbau der kabelgebundenen Leitungsinfrastruktur“ die politische Relevanz des Themas unterstrich. Die in Berlin geführten Gespräche machten deutlich, wie bedeutend der Netzausbau für die Umsetzung der Energiewende in Deutschland ist. Transparenz und die Berücksichtigung alternativer Trassen und Verfahren sind wichtige Voraussetzungen für eine breite Akzeptanz der Maßnahmen in der Gesellschaft.

Hier sind Bundes- und Landesregierungen gefragt, mit einer klaren Linie eine zügige Planung und Realisierung der Netzmodernisierung zu ermöglichen. Ebenso unerlässlich ist der Einsatz innovativer Techniken und qualifizierter Bauunternehmen. Nur so lassen sich die hochgesteckten Ziele der Bundesregierung realisieren – hierin sind sich Weber, Küsel und Hesselmann einig.

Rahmenbedingungen sind definiert
Und die Messlatte liegt in der Tat recht hoch. Der Anteil erneuerbarer Energien in den Bereichen Strom, Kraftstoff und Wärme soll ausgebaut werden. Ein entsprechendes Programm definiert Rahmenbedingungen für Investitionen von Energiewirtschaft, Industrie sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern. Darüber hinaus soll es Impulse für die Entwicklung neuer Technologien bei den erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz geben. Hinzu kommt: Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren – so die Verlautbarung einer Presseerklärung der Bundeskanzlerin.

Dafür verdoppelt die Bundesregierung die Mittel für Forschung und Entwicklung. Ziel sei es, Deutschland bei der Elektromobilität zum Leitanbieter und Leitmarkt zu machen. Dies erklärte Kanzlerin Angela Merkel nach der Übergabe des zweiten Berichts der Nationalen Plattform Elektromobilität. Beeindruckende Zahlen stehen im Raum: Die Wirtschaft will in den nächsten drei bis vier Jahren 17 Milliarden Euro investieren. Zusätzlich wird die Bundesregierung bis Ende 2013 eine weitere Milliarde Euro für Forschung und Entwicklung bereitstellen. Bis 2030 sollen sechs Millionen Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein. Optimierte Stromnetze als Voraussetzung Zu realisieren sind diese Programme nur mit optimierten und zukunftsfähigen Stromnetzen. Das gilt für große Übertragungsleitungen, die den Windstrom von der Küste ins ganze Land bringen, ebenso wie für intelligente Verteilnetze vor Ort, die es für immer mehr dezentral erzeugten Strom aus alternativen Energiequellen zu ertüchtigen gilt.

„Der durch die Änderung in der Energiepolitik erhöhte Transportbedarf im Leistungsbereich von mehreren Tausend Megawatt kann in erster Linie nur durch den Ausbau des Netzes gedeckt werden, um die Integration großer Mengen erneuerbarer Energien sowie eines flexiblen Marktgeschehens zu ermöglichen“, so BFA LTB-Vorsitzender Weber. „Das macht den Neubau von Höchstspannungsfreileitungen und Erdkabeln in Dreh- oder Gleichstromtechnologie zwingend erforderlich.“

Rahmenbedingungen erforderlich Allerdings kommt der notwendige Netzausbau bisher nur langsam voran. „Aufgrund der hohen Bedeutung der Versorgungssicherheit für die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Industrie hinsichtlich der Belieferung mit elektrischer Energie sowie zur Durchsetzung von politischen bzw. ökologischen Zielen sind Rahmenbedingungen sowohl für den Ausbau als auch für den Betrieb elektrischer Netze und für den Energiehandel unabdingbar“, machte Weber deutlich.

Deshalb gehören viele der Netzausbau-Themen auf die bundes- und landespolitischen Ebenen, um dort gelöst zu werden. Das sieht auch rbv-Präsident Küsel so: „Bundesregierung, Parlament und Energiewirtschaft sollen mit eindeutigen Regelungen zum Netzausbau die Verantwortung für den dringend anstehenden Ausbau und Umbau der Stromnetze übernehmen, die Möglichkeit der Einflussnahme für die Unternehmen schon in der Planungsphase deutlich verbessern und eine Beschleunigung der Verfahren ermöglichen.“ Eine wichtige Botschaft, die entsprechend transportiert werden muss. Eine Verstärkung der Kommunikation aller Beteiligten ist laut BFA LTB-Geschäftsführer Hesselmann „deshalb ein elementarer Schritt zur Lösung der an uns alle gestellten Aufgabe – von der Regierung über die Netzbetreiber bis hin zu Leitungsbau- und Wirtschaftsverbänden.“

Leitungsbauer stehen bereit Die Leitungsbauunternehmen in Deutschland stehen jedenfalls bereit, um ihren Beitrag für einen effizienten und wirtschaftlichen Netzausbau zu leisten – auch das eine wichtige Botschaft in Richtung der politischen Entscheidungsträger. „Darüber hinaus ist es notwendig, dass unverzüglich ein umfassender und transparenter Bundesnetzplan Stromnetze aufgestellt wird“, so Hesselmann weiter. Sichergestellt werden müssen neben einer umfassenden Information von Leitungsbauunternehmen und Bürgern eine transparente und zügige Planung sowie effektive, transparente und schnelle Verwaltungsabläufe in der Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Gemeinden. Zu den weiteren wichtigen Forderungen zählen ausreichende Einflussmöglichkeiten für Leitungsbauunternehmen und eine Förderung von Forschungsvorhaben und Referenzprojekten.

Letztendlich wird es von zentraler Bedeutung sein, den Netzbetreibern mehr Erdverkabelung und alternative Trassenführungen zu ermöglichen – auch das ein wichtiges Ergebnis der Berliner Gespräche. Denn nur so scheint ein gesellschaftlich breit unterstützter, effizienter und wirtschaftlicher Netzausbau möglich. (mb/tm)

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